In der Lübecker Altstadt verschandeln zunehmend Graffitis die Hauswände und Eingangsbereiche. Mülltonnen stehen unabgeholt auf den Gehwegen und Radfahrer scheren sich um rein gar nichts mehr. Nur die Autofahrer werden in schöner Regelmäßigkeit zur Kasse gebeten – und das obwohl sie jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit im Stau stehen. Doch eigentlich sind wir ja alle selbst Schuld. Wer hat schließlich die scheinbar so unfähigen Politiker gewählt? Auf Nachfrage bei der Stadt weist der Bürgermeister jedenfalls alle Vorwürfe als unbegründet zurück.
Antwort Lindenau: Graffitis an städtischen Gebäuden werden angezeigt (Sachbeschädigung) und regelmäßig entfernt.
Was unternimmt die Stadt gegen Graffiti-Sprayer, die bereits sanierte Altstadt-Gebäude verschandeln?
Antwort Lindenau: Müll wird entsprechend der Abfuhrkalender abgeholt. Leider kommt es immer wieder vor, dass die Tonnen überfüllt werden, beziehungsweise zusätzlich Müll nebenbei abgelagert wird. Hier können wir nur an die Bürger/innen appellieren, diesen Müll auf einem der Wertstoffhöfe zu entsorgen.
Auf die Rückfrage der Redaktion, warum denn ausgerechnet der zentral gelegene Wertstoffhof in der Kanalstraße geschlossen worden sei, hieß es lapidar, dieser „war zu klein“.
Wann wird sich die Baustellen-Situation in der Stadt verbessern?
Antwort Lindenau: Im Zuge der infrastrukturellen Sanierungsarbeiten sind Baustellen und damit einhergehende Verkehrsbehinderungen leider unvermeidbar. Ziel aller Maßnahmen ist es, die Mobilität für die Zukunft zu gewährleisten. Selbstverständlich wird jede Baumaßnahme dahingehend geprüft, die Beeinträchtigungen für alle Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten.
Presse-Anfrage zum Umgang mit dem Weltkulturerbe Lübeck: Leider werden in Lübeck derzeit sehr viele Bauvorhaben auf einmal umgesetzt, wobei eine Ende nicht absehbar ist. Selbstverständlich ist es wichtig und notwendig, die Infrastruktur im Land ständig zu verbessern. Allerdings darf dies auf Kosten von Anwohnern geschehen? Meine Frage bezieht sich konkret auf einen Beitrag in den Bürgernachrichten vom April 2026: In dieser heißt es, dass aufgrund der geänderten Verkehrsführung (Sperrung Mühlentorbrücke) über 70 Busse in der Stunde sowie Schwerlastverkehr durch die Wahmstraße geleitet werden. Die Wahmstraße gehört – wie im Artikel zu lesen ist – zu den bauhistorisch bedeutendsten Straßenzügen Lübecks. Hier befinden sich u.a. die ehemaligen Brauhäuser aus dem 16. Jahrhundert sowie weitere bedeutende, denkmalgeschützte Gebäude. Ich als betroffene Anwohnerin und Eigentümerin einer denkmalgeschützten Wohnung kann die im Artikel beschriebene Schädigung der Bausubstanz durch die wechselnden Gewichtsbelastungen und Erschütterungen nur bestätigen. Da keine Aussicht auf eine Änderung der Verkehrsführung besteht, würde ich gerne wissen, ob sich die Stadt bzw. das Land Schleswig-Holstein nach den Bauarbeiten an einer Wiederherstellung der Schäden beteiligen wird oder ob diese allein durch die Eigentümer zu tragen sind? Ich selbst beispielsweise könnte mir dieses gar nicht leisten und müsste die Wohnung mit Wertverlust verkaufen.
Antwort von Stadt und Land: Keine.


