Der Nobelpreisträger von nebenan
Noch bis zum 13. April 2026 vermittelt die aktuelle Sonderausstellung auf anschauliche und
originelle Weise die tiefgreifende Verbindung von Günter Grass zu Lübeck.
„Kunst muss kämpfen.“
In deine Augen … Blau wird es in deinen Augen – aber warum zittert mein Herz vor deinen Himmeln. Nebel liegt auf meiner Wange und mein Herz beugt sich zum Untergange (1910, Else Lasker-Schüler).
Das erste Zitat stammt von Günter Grass, dem Literaturnobelpreisträger dem die Lübecker Museen mit wechselnden Ausstellungen ein Denkmal inmitten der Lübecker Altstadt gesetzt haben.
Rückblick. Die Künstlerin und Dichterin Else Lasker-Schüler (1869-1945) war eine Künstlerin, die in ihrer Zeit als Jüdin in Deutschland polarisierte. In einer Sonderausstellung wurden über 50 Zeichnungen und Grafiken von ihr gezeigt. Außerdem konnten die Besucher mehr als 20 illustrierte Briefe und Postkarten sowie über 30 Publikationen sowie eine bislang unveröffentlichte Zeichnung – eine Neuerwerbung der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft – bewundern. Ergänzt wurde die Schau durch sechs zeitgenössische Arbeiten, Kostüme und Filme von jungen Künstlern. Kuriert hatte die Ausstellung Dr. Paula Vosse. „Es ist wichtig anzuerkennen, dass Lasker-Schüler einen Schritt weiterging als die breite Masse, indem sie ihre Kunst jenseits der Konventionen lebte. Ob ihre poetische Gegenwelt auch Schutz vor der immer stärker werdenden Gewalt des Nationalsozialismus bot, lässt sich schwer sagen – doch es steht außer Frage, dass Lasker-Schüler bis zum Ende ein Ideal der weitreichenden Toleranz lebte, sowohl sich selbst als auch ihrem Umfeld gegenüber“, so die Kuratorin anlässlich der Pressekonferenz zur Ausstellungseröffnung.
Immer wieder neu, immer wieder spannend: Wechselnde Sonderausstellungen sind das Markenzeichen des Museums. Die nächste Ausstellung steht auch schon fest. Sie wird vom 27. April 2026 bis zum 10. Januar 2027 stattfinden und beschäftigt sich mit Helme Heine.

Der Lübecker Kunstmäzen Frank-Thomas Gaulin (im Bild ganz links) schenkt dem Günter Grass-Haus eine Vogelskulptur aus Sandstein im Wert von 10.000 Euro.
„Die bildhauerische Arbeit stellte eine spannende Schnittstelle im Werk der bildenden Künste von Günter Grass aus seinen frühen Studienjahren an den Akademien Berlin und Düsseldorf dar und ist somit auch ein interessantes Forschungsobjekt für das Günter Grass-Haus, welches ich dem Museum gerne übergeben möchte“, sagt Gaulin bei der feierlichen Enthüllung der 30 cm hohen Sandsteinskulptur. Noch ist zwar kein fester Platz gefunden, doch Dr. Jörg-Philipp Thomsa (Bildmitte), Leiter des Günter Grass-Hauses, und Tilmann von Stockhausen, der leitende Direktor der Lübecker Museen (rechts im Bild) sind sich einig, dass dieser im Skulpturenhof des Museum bald gefunden sein wird.

Diese Skulptur von Willi Brandt war ein Geschenk Gaulins an das benachbarte Willi-Brandt-Museum. Gefertigt wurde sie von Rainer Fetting. Die überlebensgroße Figur des Künstlers befindet sich in der SPD-Parteizentrale in Berlin.
















